Ein Modetraum

Kleider wie aus einem Traum, opulente Modeschauen und viel Eleganz und Glamour,
das sind die Ingredienzien der Haute Couture.

„Hohe Schneiderkunst“ ist die wortwörtliche Übersetzung aus dem Französischen, was man durchaus wörtlich nehmen darf. Hochwertige Materialien, detailverliebte Handwerkskunst und innovative Ideen zeichnen ein Haute Couture Kleid aus. 

Die Gründung der Haute Couture in Paris

Um die Haute Couture verstehen zu können, muss man erst mal einen Blick in die Geschichte und ihre Entstehung werfen:

Der Engländer Charles Frederick Worth gründet 1857 das erste Modehaus in Paris. Die Gründung dieses Modehauses ist an sich schon eine Revolution, denn Designer, im heutigen Verständnis, gab es bis dahin nicht. Die Schneiderei ist bis dahin reines ein Handwerk, das nach Wünschen der Auftraggeber ausgeführt  und meist noch von Modistinnen angepasst und aufgeputzt wird.

Worth allerdings, sieht sich mehr als Künstler, denn als Handwerker und entwickelt erstmals die Idee einer Kollektion, die er 2 x im Jahr zeigt. Die Kundinnen suchen sich eines der Kleider aus, das dann maßgeschneidert und komplett geliefert wird.
Da sich Worth als Künstler versteht, versieht er seine Kleider mit einem Etikett und entwickelt sich so vom Handwerker zum Designer. Zu seinen Kundinnen zählten Königin Viktoria von England, Kaiserin Eugenie von Frankreich oder Kaiserin Elisabeth von Österreich.

1868 gründet sein Sohn Gaston-Lucien Worth den Verband der weltweiten Interessenvertretung des Schneiderhandwerks, dem heutigen Chambre Syndicale de la Haute Couture. Der Verband gibt strenge Kriterien für eine Mitgliedschaft heraus und garantiert so sehr hohe Qualitätsstandards.

Strenge Kriterien:

Um Vollmitglied im Chambre Syndicale de la Haute Couture zu werden, muss ein Modehaus seinen Hauptsitz mit Maßatelier in Paris haben und jährlich mindestens 35 von Hand gefertigte Unikate während der in Paris stattfindenden Haute Couture Schauen zeigen.
Laut Vorschriften müssen alle Nähte von Hand gefertigt sein, nur geraden Nähten billigt man den Gebrauch einer Nähmaschine zu.

Neue Mitglieder dürfen sich nicht selbst bewerben, sondern müssen von einem Vollmitglied vorgeschlagen werden. Jedes Modehaus muss sich jährlich neu bewerben, wobei man zwischen französischen Couturiers und ausländischer Korrespondenz unterscheidet. Das italienische Pendant zur Haute Couture nennt sich Alta Moda.
Hochwertige Materialien, präzise Handwerkskunst und aufwändige Präsentationen sind das Herz der Haute Couture.

Sinn & Nutzen

Die Führung einer Haute Couture Linie dient vor allem dem Prestige eines Modehauses, davon leben kann es in der Regel, trotz der hohen Verkaufspreise, nicht. Haute Couture ist hoch bezahlte Werbung, um dem eigenen Image Glanz zu verleihen und die wirklich Geld bringenden Abteilungen wie Prêt-à-porter-Mode, Accessoires wie Taschen und Schuhe und diverse Duftkreationen besser verkaufen zu können. Ob sich der Aufwand lohnt, muss jedes Haus für sich selbst berechnen. Die meisten verzichten auf diesen Luxus, was die Mitgliederzahl von einst mal 100 auf ca. 15 reduzieren ließ.

Das Besondere an der Haute Couture ist aber gar nicht so sehr das Image von Reichtum und Luxus, sondern die Innovationen, die aus dieser Arbeit hervorgehen. In etwa kann man die Haute Couture mit einem Weltraumprogramm vergleichen: es ist äußerst kostenintensiv und der Nutzen für den Einzelnen erschließt sich nicht auf den ersten Blick. Aber viele Innovationen haben mittlerweile ihren Weg in unseren Alltag gefunden, man denke an Astronautennahrung für Krebspatienten.

In der Haute Couture ist es ähnlich, sie ist kostenintensiv und auf den ersten Blick nicht tragbar, dennoch haben viele Ideen ihren Weg in die tragbare Kleidung gefunden, wie Lasercuts oder Digital Prints.
Und so sollte man die Haute Couture auch betrachten, als innovative Ideengeberin, grenzenlose Inspiration und kompromisslose Erhalterin eines kunstvollen Handwerks.

Mit dieser chicen To-Do-Liste für einen organisierten Tag, möchte ich herzlich „Danke“ sagen.

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