Eine Traumausstellung

Eine Überblick von den Anfängen des Modehauses Dior bis heute

1947, kurz nach Kriegsende, eroberte Christian Dior mit einer sehr üppig und verschwenderisch produzierten Kollektion die Haute Couture, 10 Jahre danach verstarb er überraschen an einem Herzinfarkt. Grund genug für Diors Heimatland Frankreich 2017 das Christian Dior-Jahr auszurufen und im ganzen Land, das Dior-Fieber ausbrechen zu lassen. Es gibt Ausstellungen in Südfrankreich, z.B.: in Arles, das den Make up Artisten des Hauses, von Serge Lutens bis Peter Philips, huldigt, oder in Grasse im Parfummuseum, das Diors Bedeutung im Reich der Düfte beleuchtet.

Zufällig war ich just zu dieser Zeit in Südfrankreich auf Urlaub und konnte etwas von der Begeisterung für Dior miterleben. Drängt sich nun die Frage auf, ist der Hype gerechtfertigt oder nicht.
Exakt 10 Jahre dauerte Christian Diors kreatives Schaffen, 10 Jahre die, die Modewelt auf den Kopf stellte in einem Rausch aus Stoffen, frischen Farben und aufwändigen Stickereien Auch wenn er selbst keine weiteren Ideen liefern konnte, sein Haus blieb bestehen und seine Nachfolger und mittlerweile Nachfolgerin, haben immer versucht Diors Geist und Idee von Stil und Eleganz am Leben zu erhalten. Bis heute gilt ein Produkt von Dios als besonders weiblich und elegant, eben als urfranzösisch. Selbst wenn man kein Fan von Dior ist, kann man nicht umhin die Strahlkraft und Dramatik eines Diorkleides zu bewundern und dessen Bedeutung für die Haute Couture anzuerkennen.

Das Pariser Modemuseum Musée des Art Décoratif erarbeitete mit der Ausstellung „Dior – Designer of Dreams“ einen Überblick des Modehauses von seinen Anfängen bis heute.

Leider war es mir nicht möglich diese Ausstellung in Paris zu besuchen, was mir lange Zeit zu schaffen machte. Dann die freudige Nachricht, die Ausstellung wandert nach London und erweitert das Repertoire um einen nicht unerheblichen britischen Anteil. Sobald es möglich war, buchte ich meinen Eintritt in die glamouröse Welt von Dior und freute mich auf eine paar Tage London.

Endlich angekommen,, musste ich erst 3 mal in der Schlange stehen, 1 x vor dem Victoria & Albert Museum und 2 x im Museum und dann war es endlich soweit. Ich war drin, in der magischen Welt von Christian Dior. Eine echte Traumwelt tat sich vor mit auf, unfassbar theatralisch inszeniert. Die Stimmung war überwältigend, obwohl die Räume mit Menschen gefüllt waren, herrschte leise Bewunderung. Die Stimmen waren ehrfürchtig leise, es wurde mehr geflüstert, niemand wagte hier ein ein lautes Wort. Alle ließen die elegante Atmosphäre auf sich wirken.

Die Modelle waren in verschiedenen Clustern zusammengefasst, mal zeitlich, mal thematisch. Jeder Raum war passend inszeniert. Zunächst die Modelle aus Christian Diors Anfangszeit, in effektvollem Schwarz und Weiß, zusammen gestellt mit ähnlichen Modellen seiner Nachfolger.

Dann eine erste Neuerung zur Pariser Ausstellung, die Mode, die Dior für das britische Königshaus, dem er sehr verbunden war, entworfen hatte. Darunter eines seiner aufwändigsten Kreationen, ein Traum in zartem Mint, das Prinzessin Margaret, die Schwester von Königin Elisabeth, zu ihrem 21. Geburtstag getragen hatte und auf einem Gemälde verewigen ließ.

Erstes Highlight, der Raum, der dem Thema Blumen gewidmet war. Weiße Papierblumen bedeckten die komplette Decke und rankten sich die Wände entlang. Die beeindruckende Dekoration spiegelte Diors Liebe zu Blumen, vor allem zur Rose, wieder. Aufgewachsen in einer Villa in Granville in der Normandie, spielten Blumen eine große Rolle in Diors Leben. Seine Kindheit war geprägt vom üppigen Garten seiner Mutter, weshalb er immer wieder Blumen in seine Kollektionen einbaute. Da lag es nahe die Königin der Blumen, die Rose auch als Symbol für sein Modehaus zu wählen.

Auch seinen vielen Reisen wurde ein Raum gewidmet. Elemente und Inspirationen aus Afrika, Indien, China und Amerika findet man immer wieder in Diors Kreationen. Ein Thema, das auch seine Nachfolger gerne aufgriffen.

Accessoires wie Hüte, Taschen, Schuhe oder Fächer wurden szenisch zusammengefasst.

Verschiedene Videos gaben immer wieder Einblicke in die detaillierte Arbeitsweise bei Dior. Man sah, wie Stoffblumen kreiert, Plissees gepresst oder Stickereien appliziert wurden.

Dann der absolute Höhepunkt, der Raum mit den Modellen, die in keiner Kollektion gezeigt wurden, sondern extra für diverse Anlässe angefertigt wurden, z.B.: Charlize Therons in Gold getauchte Kostüme für die J‘adore Parfumwerbung. Die komplette Inszenierung war beeindruckend glamourös. Videoprojektionen, von Sternschnuppen, Sonnenaufgängen und purem Glitterregen an der Decke und den Wänden, dazu bombastische Orchesterkompositionen, die dem Raum die richtige Stimmung verliehen. Ein echter Traum!

Die Ausstellung hat offiziell die Alexander McQueen Ausstellung „Savage Beauty“ als erfolgreichste Ausstellung des V & A Museums überholt!

Mit dieser chicen To-Do-Liste für einen organisierten Tag, möchte ich herzlich „Danke“ sagen.

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